Die Konstruktion der Orgeln

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Die Bedheimer Konstruktion ist in ihrer Art einzigartig. Einige Fotos zeigen anschaulich die weltweit einmalige Verbindung dieser beiden Orgeln.
 

Vom oberen Manual (Tastenreihe) wird die Hauptorgel gespielt, vom unteren die Schwalbennestorgel. An seinen 48 Tasten ist jeweils eine Holzleiste (aus astfreiem Kiefer- oder Fichtenholz) mit einem Drahtstift an seinem Ende befestigt.
Die Leisten werden durch die Hauptorgel geführt. Der Drahtstift am anderen Ende der Abstrakte ist an einem kleinen Hebel (Winkel) befestigt, an dessen oberer Seite die nächste Leiste angeschraubt ist.

Abstrakten an der Orgel
 
Koppelstelle

Diese wiederum ist so lang, dass sie durch einen Einschnitt im Christusbild über der Hauptorgel auf den Kirchenboden reicht und dort an einen weiteren Winkel angekoppelt ist.
Hier sind die nächsten Abstrakten, die waagerecht über den Kirchenboden laufen, leicht beweglich hängend angeschraubt. Das Foto zeigt die Koppelstelle über der Hauptorgel.

 

Über der Schwalbennestorgel endet jede Leiste an einer Welle (Rolle) des Wellenbretts (Foto). Eine zweite Leiste wird von unten, von der Schwalbennestorgel, an das Wellenbrett geführt. Diese Leiste kommt von der Ventilklappe an der Windlade (Kasten, auf dem die Orgelpfeifen stehen) und gelangt über zwei weitere bewegliche Winkel an die richtige Welle.
Auf diese Weise wird durch den Druck auf die Spieltaste an der Hauptorgel eine Mechanik von mehr als 20 Meter Holzleisten bewegt und die jeweilige Klappe für die Luftzufuhr der Orgelpfeifen geöffnet.
Die sieben Registerzüge (vier rechts, drei links) sind eine ebensolche Mechanik über 20 Meter. Mit jedem Registerzug wird die Luftzufuhr für eine Pfeifenreihe (Register) geöffnet.

Wellenbrett
 
Kirchenboden

Die Luftzufuhr (der Wind) zum Spielen der Orgeln wurde bis Anfang der 50er Jahre durch einen Bälgetreter (über einen Windkanal auch in die Schwalbennestorgel) erzeugt.
1996 hat die Orgelbaufirma Schuke (Potsdam) für jede Orgel einen eigenen elektrischen Winderzeuger eingebaut. Das Foto zeigt den Kasten für die Schwalbennestorgel. Außerdem ist der nun gut abgedeckte Kasten zu sehen, in dem sich die über den Kirchenboden führenden Abstrakten befinden.

 

© Klaus W. Seyferth 1999 - 2015