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Aktuelles Winter 2008

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Neue Nachrichten aus Bedheim und der Kilian-Kirche

Liebe Musikfreunde, liebe Freunde der Bedheimer Orgelkonzerte!

Im vergangenen Jahr 2007 standen unsere Konzerte unter dem Motto 50 Jahre Schwalbennestorgel. Der Grund war: die seit Jahrzehnten geplante Wiederherstellung der Orgelanlage konnte 1957 mit der Wiedereinweihung durch den damaligen Landesbischof Dr. Mitzenheim aus Eisenach abgeschlossen werden. Von den 11 Konzerten für zwei Orgeln waren einige ganz besonders beeindruckend. Manche Musiker hatten klassische barocke Orgelwerke so gut registriert, dass beide Orgeln in einem herrlichen Wechselspiel erklangen, so als wären diese Stücke direkt für unsere Orglen komponiert worden.
Drei Konzerte für Orgel und Flöte waren dazwischen eine wunderbare Auflockerung. Auch das Konzert des Bläserquintetts der Potsdamer Turmbläser war ein besonderes musikalisches Erlebnis. Dazu zählt auch das Benefizkonzert für das Schloss Bedheim, das der Deutschlandfunk mit dem Vokalensemble "amarcord" aus Leipzig in der Kirche aufgenommen hat.
Erwähnen möchte ich auch noch, dass der "Thüringer Orgelsommer" jedes Jahr eines seiner 50 Konzerte in Bedheim veranstaltet. Leider ist die Terminplanung dafür erst im Frühjahr fertig, so dass dieses Datum erst später hinzugefügt werden kann.

Immer wieder beschäftigt mich die Frage: wieso haben wir in Bedheim diese beiden Orgeln?
Durch Nachforschungen in Kirchenbüchern und Chronik fand ich einen weiteren Hinweis, dass der Stifter der Schwalbennestorgel, Hans Philipp von Heßberg, durch erlittene Not und erfahren Hilfe Gottes dieses einmalige Werk bauen ließ "dem dreieinigen Gott zu schuldiger Ehre". Im Jahr 1696 begann der Neubau des Kirchenschiffes. Im selben Jahr stirbt der Schlossherr und Kirchenpatron Philipp von Heßberg. Seine Schwester, die Witwe Martha Marie von Heßerg auf Reurieth wird Erbin von Schloss Bedheim. Ihr Ehemann Hans Georg von Heßberg, aus der Eishäuser Linie stammend, war 1693 gestorben. So wird sie mit ihrem 10jährigen Sohn Hans Philipp nach Bedheim gekommen sein.
1698 heiratet sie den Obristleutnant und Oberamtmann von Heldburg, Heinrich Siegmund von Pflug. Drei Wappen sind von ihm in unserer Kirche zu finden, das auffälligste an der Hauptorgel. Das ist für mich der Hinweis, dass von Pflug und seine Frau 1711 die Hauptorgel gestiftet haben. Erstaunlich ist aber, dass Hans Werner Kraus in seiner "Kirchen- und Schulhistorie" 1752 schreibt, dass von 1710 an Hans Philipp von Heßberg Schlossherr und Kirchenpatron war und die Schwalbennestorgel gestiftet hat. So wird dieser leidgeprüfte Mann, dem 1708 seine erste Frau nach einjähriger Ehe starb und bis 1720 noch sechs seiner Kinder, nun auch noch ein angespanntes Verhältnis zu seinem Schwiegervater gehabt haben.
Diese neue Erkenntnis habe ich bei vielen Kirchenführungen und Erläuterungen nach den Konzerten 2007 oft erzählt. Damit ist aber immer noch nicht eindeutig geklärt, warum wir die Schwalbennestorgel haben.
Eindeutig ist aber die Freude der Musiker beim Orgelspiel. Viele sagen, sie möchten mit dem Spielen gar nicht mehr aufhören. Und die Zuhörer danken es mit lang anhaltendem Beifall. Das waren im letzten Jahr im Durchschnitt 70 Personen pro Konzert.
Der Gemeindekirchenrat hat für 2008 den Eintrittspreis für die Konzerte auf 7,-- Euro (ermäßigt 5,-- Euro) festgelegt. Wir hoffen, dass wieder viele Musikfreunde zu uns kommen werden. Wir hoffen auch, dass bis zum Beginn der Konzerte 2008 das im Bau befindliche Café im Schloss Bedheim fertiggestellt ist. Dann können Sie sich dort eine körperliche Stärkung holen, bevor Sie in den "geistlichen" Genuss der Orgelmusik kommen.

Für die Kirchgemeinde und das Pfarramt hat sich die Lage stabilisiert. Pastorin Buchholz aus Gleichamberg ist als Pastorin für das Pfarramt Bedheim-Pfersdorf bestätigt und eingeführt worden. Sie ist nun zuständig für sechs selbständige Gemeinden.
Im Pfarrhaus wohnt seit Oktober 2007 ein Jugenddiakon, der für die kirchliche Jugendarbeit in der Superintendentur Hildburghausen-Eisfeld eingesetzt ist.
Den Dienst unserer Pastorin will ich weiterhin nach Maßgabe meiner Kräfte unterstützen durch die Konzerte, Leitung des Kirchenchores sowie Verwaltungs- und Hausmeisterarbeiten. Für die Unterstützung durch manche Geldspende danke ich ganz herzlich und freue mich auf Ihre Teilnahme an den Konzerten 2008 und auf ein frohes Wiedersehen.

Ihr Eberhard Altenfelder.

Für alle, die uns weiter unterstützen möchten, hier noch einmal die Kontonummer der Kirchgemeinde Bedheim:
KtoNr.: 8 017 727 bei der EKK Eisenach, BLZ 820 608 00

 

Frühere aktuelle Meldungen finden Sie weiterhin im Archiv.

 

© Klaus W. Seyferth 2008